Mein Senf mit (oder als) Weltverbesserungsbeilage

Der Blog hier hat ja ziemlich Staub angesetzt. Grade eben hab ich drauf geschaut und drüber gewischt, und auf einmal sieht hier alles ganz anders aus als ich das in Erinnerung habe. Gut kann natürlich auch sein dass WordPress das Editor Design geändert hat. Ich bin mir sogar sicher, dass das Design geändert wurde, schließlich bin doch ich der letzte der irgendwas einstauben lässt. Ein Blick auf meine seit bald einem Jahr unbenutzte Werkbank untermauert meine These – nein – deckt meine These. Mit Staub.

Politisch sollen heut die Themen werden. Nicht unbedingt investigativ und auf keinen Fall politisch korrekt aber dafür kritisch, aus den Zusammenhängen gerissen und selbst unterhaltend. Mich unterhaltend. Quasi ein Stammtischgespräch mit mir selbst. Dafür wird es auch höchste Zeit, denn seit in den populären Medien von mehr als zwei Krisen gleichzeitig berichtet wird kann ich den Überfluss an Informationen nicht mehr ohne Hilfsmittel (Wahlweise Scotch, Bier oder Englischer Apfel Cider und wen alle Stricke reißen eben dieser Blog hier) nicht mehr verarbeiten.
Beginnen will ich mit der Göttin der Geburt, der Wiedergeburt und der Magie, aber auch Totengöttin des alten Ägyptens. Isis hieß im alten Ägypten Aset. Das englische Wort asset bedeutet Kapitalanlage und genau das sind die Terror Muselmänner auch. Alle Organisationen dieser Art werden von wohlhabenden Arabern in Kuwait, Katar oder Arschderweltistan in Form von „Spenden“ finanziert. Mit Hilfe dieser „Spenden“ erschließt die Hilfsorganisation Isis weite Landflächen für ihre Investoren welche sich unterhalb jener Flächen Rendite in form von Öl oder vielleicht auch anderer Rohstoffe versprechen. Der Westen ist davon garnicht begeistert. Vor allem weil immer mehr Verehrer der Göttin Isis sich auf den Weg in das entstehende gelobte Land machen um sich dort zum ehrenamtlichen Grenzenverschieber ausbilden zu lassen. Deswegen fliegen täglich Amerikanische Kampfbomber Angriffe auf Isis Terroristen. Deswegen versuchen Deutsche Flugzeuge Waffen an die jeweils andere Seite der Grenzen zu liefern – hey sie versuchen es zumindest.
Als selbsternannter militanter Pazifist oder eher schriftlicher Brüllaffe wenn es um regressives verhalten von Homo Sapiens Sapiens geht, stellte ich mir die Frage „Wem nützt der ganze scheiß?“ Gut das Fußvolk besteht aus religiösen Fanatikern, aber die Intelligenz welche lenkend in das Geschehen eingreift ist zu intelligent für Fanatismus, sonst könnte sie (die Intelligenz) nicht die Führungsqualitäten an den Tag legen welche zur Steuerung tausender Idioten notwendig sind.
Und warum mischen sich die USA so schnell in nah Ost Konflikte ein? Die sind doch noch weiter weg vom Geschehen als die tatenlosen Europäer? Was bringt Obama dazu täglich Tausende von Dollars an Kerosin und Bomben zu verballern?
Kerosin… da war was.
Das Kerosin für die Amiflieger kommt aus Fracking Mienen in Alaska, der Sprit für Frau Merkels Auto kommt aber aus Arabischen Ölquellen. Von jedem Liter V-Power Ultra speed Diesel mit 5 Millionen Oktan gehen ein paar Cent an die Arabischen Scheichs und ein paar Cent dieser Paar Cent gehen an „Increased space for Islamic State kurz I.S.I.S“ (dt. Lebensraum im Osten).
Wir finanzieren also unseren eigenen Untergang in dem wir täglich mit dem Auto zur Arbeit fahren, damit wir unseren eigenen Untergang überhaupt erst finanzieren können. Das ist genial. So viel Gerissenheit hätte ich den Turbanträgern nicht zu getraut. Wer sowas austüftelt hat eigentlich eher ne Kippa auf.

Und mit der Kippa gelingt mir die Überleitung zu den Juden und damit nach Israel. Dort in einer Stadt namens Kyrat Gat befindet sich mein nächster Aufreger und zwar eine von Intels Wafer Fabs. Kyrat Gat ist eine Stadt gerade mal 17 Kilometer von der Imaginären Grenze zu Pläsetina entfernt. Ich mag jetzt nicht unbedingt ein Experte auf dem Gebiet der Mikrochip Herstellung sein, aber ich weiß, dass beim Arbeiten mit. –  und Herstellen von sehr feinen Strukturen, absolut keine Erschütterungen vorkommen dürfen. Dazu zählen auch explodierende Kurzstreckenraketen welche von Palästinensern abgefeuert wurden. Was um alles in der Welt Intel dazu geritten hat, gerade diese Fabrik nun für 6 Mrd $ (das sind 22,35 Mrd Shekel) zu erweitern weiß nicht mal Familie Rothschild, und der Teufel gleich zweimal nicht.

Und was zur zugefroren Russischen Hölle ist eigentlich mit Putin los? Wenn er unbedingt noch mehr Landesfläche wie etwa Ukrainische Halbinseln haben will, hätte er es doch erstmal mit lieb fragen versuchen können. Naja vielleicht hat er das sogar und die ARD hat einfach nur vergessen uns davon zu berichten. Immer häufiger muss sich die Tagesschau einseitige Berichterstattung in Sachen „Krim Kriese“ vorwerfen lassen. Frontal 21 lässt grüßen. Der öffentlich rechtliche Teil der an sich selbst den Anspruch der Seriösität hat ist mir ohnehin suspekt seit die Lottozahlen nicht mehr live gezogen werden.

Ebola überspringe ich einfach mal und gehe direkt zu Stuttgart 21 genauer gesagt zu den Montagsdemos. Genauer gesagt zum allwöchentlichen Jazzfestival zwischen B14 und B27. Und noch genauer gesagt zu den Aufständen in Hongkong und Beijing und wo sonst noch in China demonstriert wird. Richtig demonstriert wird. Dort hat die Regierung das Mobilfunknetzwerk in Ballungsgebieten abgeschaltet weil Tränengas so wie Wasserwerfer und Knüppel recht Wirkungslos blieben.Um organisiert zu bleiben, und sich weiterhin möglichst schnell um verletzte kümmern zu können, haben sich die Demonstranten kurzerhand mit Blutooth und Wifidirect ihr eigenes Netzwerk aufgebaut. Meine Hochachtung an das chinesische Jungvolk. Meine Verachtung an Stuttgarter möchtegern Hippies und alt 68er die den Arnulf Klett Platz versperren.

Meine in der Überschrift versprochene Weltverbesserungsbeilage bleibe ich wohl schuldig. Ich weiß nicht wie man Fanatiker bekehrt, und ein Impfstoff gegen Ebola habe ich auch nicht im Medizinschrank. Die Pseudodemonstranten am Hbf könnte man nach China schicken am besten zusammen mit den Tagesschau Machern.

Zwei weitere große Themen habe ich mir für wann anderst aufgespart nämlich TTIP (inkl. Fracking) und Eddy Snowden.

Für alle Acht Themen gilt das übliche Stammtisch Abschluss Plädoyer:

„Jemand sollte da echt mal was machen“
-Unbekannt

Ich kam auch mal weg Kapitel 5

Ich bin immer wieder aufgewacht, ohne recht zu wissen wo ich war. Ich erinnere mich an Polizeisirenen, und anhaltendes Gewitter. Irgendwann um 6 Uhr lag ich wach im Bett, aber ich war immer noch viel zu kaputt um mich großartig zu bewegen. Die Autovermietung ließ sich Zeit bis um neun Uhr, als endlich eine SMS mit der Adresse einer Werkstatt auf meinem Handy erschien. Ich pakte meine Sachen, verabschiedete mich von Frau seltsam – die schon wieder am Zimmer streichen war – und machte mich auf zu der Werkstatt.  Schon wieder kein Frühstück.
Auf dem Weg zur Werkstatt, musste ich tanken. Ich erwähne dies deshalb, weil die Tankstelle einen kostenlosen Tankwart hatte. Sowas hatte ich noch nie – ein Sklave der für mich den Tank füllt. Ich musste nicht mal aussteigen, ich gab dem guten Mann den Schlüssel für den Tankdeckel, und tauschte diesen dann gegen Geld für Sprit zurück. – naja ist doch irgendwie uninteressant.

Die Werkstatt war dafür ziemlich cool. Wenn ich mitgedacht hätte, hätte ich ein paar Fotos gemacht. Überall waren Quads und Buggys und Trikes und sogar Jetskis.  Und natürlich fanden die Jungs von der Werkstatt alle, dass ich ne super Idee hatte, mit nem Buggy durch das Königreich zu fahren. Was eben jenen betraf, so haben die Jungs einmal nen Laptop dran geklemmt, den Karren nen Selbsttest machen lassen, und herausgefunden, dass das Pneumatische Fahrwerk ein Leck hat, was allerdings kein Problem sei.
Nur  die Pumpe würde ab und zu angehen, weswegen ich wohl etwas mehr Sprit verbrauchen würde. Die Reparatur hingegen würde 5 Tage dauern – zumindest haben die Herren das so der Vermietung erzählt.
Um ehrlich zu sein, waren die Jungs ja echt nett, aber besonders kompetent wirkten sie nicht. Ich fragte einen von ihnen, was mit dem ekelhaften hochtönigen Geräusch ab 50 Meilen sei, und bekam als Antwort, dass sowas normal wäre und man da nichts machen könne.
Um noch etwas ehrlicher zu sein: Wenn ich 5 Tage brauchen würde um nen scheiß Pneumatikzylinder zu wechseln, dann wäre ich auf der Arbeit ruck zuck gefeuert, oder zu den Invaliden abgeschoben worden. Die Vermietung sah das wohl ähnlich, denn die meinten sie würden sich selbst drum kümmern sobald ich den Buggy wieder abliefere. Yeeha ich kann weiter fahren!!

Weil Akkuseitig bei meinem Handy erstmal gar nichts mehr ging, musste ich es Ausschalten (AAAAAAAAAHHH!!!),  und erstmal ne weile am Auto aufladen lassen – in der Hoffnung dass es jetzt aufladen würde.
Weil ich nicht wirklich wusste wo ich war, und auch nicht wusste wie ich von /“wo ich nicht weiß wo ich war“/ wieder weg kommen sollte, fragte ich die Jungs wie ich am schnellsten nach Leeds kommen würde. Antwort: Auf so ner Tour willst du nicht nach Leeds – geh nach York.

Best advice ever! York war super. Ich blieb auf dem Rückweg nochmal dort, und ich werde auch irgendwann mal wieder dort hin gehen.

Wie auch immer. Neben der Werkstatt war ein Holzfällergeschäfft, in dem ich mir, wegen dem doch sehr lauten Buggy, Protektoren zum in die Ohren stecken kaufte (und selbst bei denen war der Preis exklusive MwSt. (VAT). Was läuft nur falsch bei denen?!).
Schon wieder war es ca. 12 Uhr oder 13 Uhr bis meine Reise beginnen konnte, aber nun begann sie auch wirklich. Zum ersten mal kam wirklich einmal Fahrspaß auf. Als ich über die Landstraßen und durch die Dörfer der unteren Midlands fuhr, fiel mir auch zum ersten mal auf, was für eine schwierige Mischung aus Heckantrieb, Beschleunigung und „Elchtestunfähigkeit“ ich da eigentlich fuhr. Mehrmals hatte ich das Gefühl, das mir die Kiste gleich umkippen würde, zum Glück verliert das Gefährt so schnell Geschwindigkeit wie es sie bekommt. Nach einer weile gewöhnte ich mich aber daran, und das war auch gut so, denn noch spaßigere Straßen warteten nur auf mich.

Ich glaube es war in Lincoln als es zum vermeidlich unvermeidbaren kam: Mittagessen. Schon wieder um drei, und schon wieder ohne vorheriges Frühstück, und diesmal auch noch bei McDonalds. Während der Fahrt hatte sich außer mir auch mein Handy erholt, so dass ich nicht nur von nun an wieder Unterstützung von meiner Navibegleiterin bekam, ich konnte während dem Essen auch ein paar Worte mit Patrick wechseln.  Obwohl ich abends in London erst noch gechattet hatte, war in der Zwischenzeit so viel passiert, dass es mir wie eine Ewigkeit vor kam seit dem ich zum letzten mal ordentlichen Kontakt nach Hause hatte.

Eigentlich kämen jetzt noch ein paar Zeilen über meinen ersten Besuch in York, aber die verschiebe ich auf einen extra Artikel.

Ich kam auch mal weg Kapitel Vier/Fear (and loathing in south England)

Es hätte der Beginn der eigentlichen Reise durch Großbritannien sein sollen.
Es hätte außerdem ein denkwürdiger und glorreicher Tag werden sollen.
Zumindest denkwürdig, und einprägend sollte er auch bleiben.
Naja die schlimmsten Dinge bringt man am besten so früh wie möglich hinter sich.
Am Ende des Tages lag ich in einem B&B Raum, den ich verriegelt und verrammelt hatte, und schrieb den, für meine Mutter wohl bis dato schlimmsten Blog Eintrag ihres Lebens:

Tag 3 ist heute und tag 3 ist eine Katastrophe.
Ich bin um 6:30 Uhr aufgestanden…
Um halb elf war ich da (bei der Autovermietung).
Der gute Herr da wollte bezahlt werden, allerdings dachte ich, dass die kohle bereits via Einzugsermächtigung bei der Vermietung wäre. Ploet.
[…] 500 € Limit bei der Bank.
[…] Bank an rufen und das Limit höher setzen.

Bis ich endlich im Buggy war, war es 13 Uhr. Als ich das erste mal Blaulicht sah, war es 13:30 Uhr.
[…] um 14 Uhr endlich was zu essen bekam.
Um 19 Uhr war ich kurz vor Leicester, als der Buggy Probleme meldete.
[…] Druckluft Federung hat ein leck.
[…] während ich telefoniert habe geregnet, […] USB Anschluss von meinem Handy jetzt kaputt […] lässt sich nicht mehr aufladen. Mein Ersatz Akku hat noch 30 % und muss reichen, um morgen ordentlich mit der Autovermietung das weitere vorgehen zu besprechen.

Der jetzige Akku hat 3 % ich hoff das reicht zum hoch laden.

Ich wusste dass du den „aktualisieren“ Button des Browsers vergewaltigen würdest, deshalb hab‘ ich damals versucht dich zu schonen Mama – tatsächlich war’s noch ein klein wenig schlimmer.

Ich ging am Sonntag Abend so um ca. 22:00 Uhr in’s Bett, man bedenke jedoch bitte, dass ich in Belgien kein Auge zu getan hatte, und dementsprechend ein paar Stunden Schlaf hätte gebrauchen können.
Naja – nichts im vergleich zu München 2012.
Ich bin um 6:30 Uhr aufgestanden…
Mit der Metro („The Tube“) und ’nem Regio ging’s nach Guildfort zur Autovermietung. Da ich Trottel eine Haltestelle zu früh in Guildfort ausgestiegen bin, konnte ich den Weg zum Busbahnhof laufen, um von dort aus zum Industriegebiet von Guildfort zu kommen.
Auf dem Weg zum Busbahnhof sah ich es zum ersten mal:
„For sale“ Schilder. Viele davon. Ein ganzer Schilderwald davon. Ich dachte mir, dass die Wirtschaftskriese wohl Guildfort bezahlbar gemacht hat, und zwar nicht das Leben in Guildfort, sondern die Stadt selbst. Tatsächlich ist ein guter Teil der Grundfläche des Königreiches seit dem Börsencrash käuflich erwerbbar.
Ich frage mich was wohl die Griechische Botschaft in London kosten mag…

Bei der Autovermietung angekommen, wollte ich nur noch mein unglaublich unbequem gewordenes Gepäck auf die Ladefläche meines Buggy’s schnallen, und so schnell wie möglich in Richtung Leeds verduften.
Dummerweise hatte ich mich der Illusion hingegeben, mein Gefährt sei bereits im vorraus bezahlt, und ich bräuchte nur noch die Schlüssel.
Die Ernüchterung folgte auf den Fuß, als der Herr an der Theke meine Kreditkarte wollte.
Die größere Ernüchterung kam, als jener Herr meine Kreditkarte mit den Worten ‚it’s not working‘ an mich zurück gab. Das selbe Spiel ereignete sich bei der ec Karte.
Es folgte mein erster Anruf von vielen bei der Bank zu Hause.

[…] 500 € Limit bei der Bank.

Einst vor vielen vielen Jahren bekam Karlchen seine EC Karte, und Karlchen meinte damals, dass es doch eine gute Idee wäre, Geldtransfers aus dem Ausland auf akzeptable 500€ zu beschränken.
Ein Limit, welches offensichtlich auch für meine Kreditkarte galt, und welches nun schleunigst aufgehoben werden musste. Ein Auslandstelefonat wurde mir von der Vermietung nicht gestattet, und so musste ich zum ersten mal zum Handy greifen – ja zum ersten mal. Ein Glück liegt die Maximalhöhe für meine Handyrechnung bei 50€…
Die Dame von der Kreissparkasse musste mich nun erstmal identifizieren – anhand meiner Kontoauszüge. Scheinbar sollte man diese Auswendig kennen, wenn man vor hat im Ausland nicht bezahlen zu können. Nach einem Stundenlang erscheinenden Verhör konnte ich Madame überzeugen, der Inhaber meines Kontos zu sein. Man sagte mir sogar, dass es vielleicht einen Weg gäbe, mein Limit spontan für die Dauer von 3 Tagen zu erhöhen, dies würde jedoch eine Stunde dauern –  eine Dauerhafte Lösung hätte mindestens 24 Stunden gedauert – was sagt man dazu. Ich hätte diesen Umstand wohl nicht vergessen sollen, aber es brannten sich noch andere Dinge in meinen Kopf ein.

Bis ich endlich im Buggy war, war es 13 Uhr. Als ich das erste mal Blaulicht sah, war es 13:30 Uhr.

Ich ging Mittagtrinken – was essbares hätte ich jetzt nicht hinunter bekommen aber Angstschweiß dehydriert einen. Außerdem musste ich irgendwie Zeit totschlagen.
Zurück bei der Vermietung, konnte ich plötzlich bezahlen – yai. Das nächste Ärgernis, war der Blick auf die Rechnung. Ich ging von 450 Pfund pro Woche aus, sollte nun aber 1000 Pfund bezahlen.
… 900 Pfund ohne Mehrwertsteuer (VAT), die im Königrech 20 % beträgt – grrrr
Endlich gings zum Auto ..äh.. Buggy.
Ich habe hier mal die wichtigsten Eigenschaften von meinem Gefährt aufgelistet:

– 1 Liter Hubraum
– 585 Kg Leergewicht
– gedrosselt auf 15 KW Laut Herstellerseite, kann aber nicht sein, denn bei dem Gewicht hätte er dann langsamer sein müssen
– 40 Liter Tank
– Automatikgetriebe – ich weiß nicht mehr wie viele Gänge, und die Herstellerseite behauptet es wären 2 – das hätt ich gemerkt
– Schwenkbare Ladefläche, mit Wasserdichtem „Kofferraum“ – sagen wir mal, ein Rucksack hat grade so Platz
– Heck getrieben oder Allrad – lässt sich umschalten.
– Pneumatisch höhenverstellbares Fahrwerk – brooch keen Mensch
– Klinke Aux & USB im Handschuhfach

Außerdem eine Getränkeablage, die direkt über dem Motor sitzt, was zwar gut für Heißgetränke ist, womit ich aber nichts anfangen kann. Ich muss allerdings zugeben, dass warme Cola zumindest interessant schmeckt.
Ebenfalls im Preis mit inbegriffen ist ein sehr Hochfrequentes Betriebsgeräusch ab  50 Meilen – fährt man schneller, wird der Wagen wieder Leiser. Fährt man 70 Meilen, überhitzt er nach 5 Minuten.
Erwähnenswert wäre da noch das mitgelieferte Navi. Es ist nämlich keines. Was das Gerät tut ist, es zeigt einem an wo man ist, und eine Luftlinie zu dem Ziel dass man eingegeben hat.
Und dann sind da noch die Türen. Die gibt’s nämlich auch nicht. Stattdessen werden Jägernetze eingeklipst. Registriert der Wagen kein eingeklipstes Netz, fährt er nicht schneller als 4 Meilen.

Genug vom Auto – später mehr.
Ich bekam meine Einweisung, und nachdem der Jüngste angestellte in dem Laden aufgegeben hatte, das Navi einzustellen, begann meine Fahrt nach Leicester. Sie hätte bereits nach 30 Minuten enden können, denn im Rückspiegel tauchte Blaulicht auf, und es war für mich bestimmt. Junge ging mir der Arsch auf Grundeis. Ich bin im vorraus einmal versehentlich falsch abgebogen, und auf ’nem motorway gelandet – etwas, was ich laut Autovermietung nicht tun durfte. Ich ging davon aus, dass die Kameras die überall platziert waren, eben dies gefilmt hätten, und ich jetzt erstmal ärger bekommen würde. Dem war glücklicherweise nicht so. Bevor ich losfuhr, hatte ein Mitarbeiter bei der Vermietung eine Plane aus einem Fach am Heck herausgeholt. Tjoa und an der Heckklappe, die der Mitarbeiter nicht mehr geschlossen hatte, hing das Nummernschild. Für einen hinter mir fahrenden Streifenwagen sah dies so aus, als führe ich ohne Nummernschild herum – noch dazu in einem recht ungewöhnlichen Vehikel. Als nach geschlossener Heckklappe ein Nummernschild zu sehen war, ließen mich die Jungs springen, und empfahlen mir sogar ein Restaurant in der Nähe. ENDLICH WAS ZU ESSEN – NACH ZEHN STUNDEN!!!!

Die Weiterfahrt wurde getrübt, durch die Nachwehen von den zwei vorangegangen Schockmomenten (vermeintlich kein Geld, vermeintlich kein legales Straßenfahrzeug). Hier und da konnte mir die bisher nicht gekannte Beschleunigung zu der der Buggy fähig war ein Lächeln ins Gesicht ziehen, im großen und ganzen wollte ich jedoch nur noch meine erste Etappe – Sheffield oder Leicester – erreichen. Leeds war bereits nicht mehr machbar. Ein etwas kleinerer Wermutstropfen ging mir in den Hals, als ich auf einer Landstraße zum ersten mal versuchte 70 Meilen auf den Tacho zu bringen. Ich erwähnte ja bereits, dass der Buggy so schnell fahren kann – er fährt nur nicht lange so schnell. Nach ca. 5 Minuten gingen die Warnleuchten an, und ich wurde vor einem zu heißen Motor gewarnt. Ich tat mein möglichstes um mit der (beachtlichen) Drehzahl runter zu gehen, ohne den Verkehr großartig aufzuhalten, und fuhr weiter.
Ich war ein paar Meilen außerhalb von Leicester und freute mich schon auf ein schlechtes Bett, als sich Katastrophe Nummer drei ereignete. Die Motorkontrolleuchte ging an, und das Display meldete „Suspension fail“ – Fahrwerkfehler. Ich fuhr rechts ran, und versuchte erstmal die Aus und wieder Ein Methode. Bei einem Karren der so voll mit Technik ist, ist doch ein kaputter Sensor wahrscheinlicher, als ein tatsächlicher Defekt, also starten wir doch einfach mal neu. Die Aus und wieder Ein Methode funktionierte leider nur zur ersten Hälfte, starten ließ sich der Wagen nicht mehr. Ich rief erstmal die Telefonnummer auf meiner Rechnung an. Verständlicherweise meldete sich Abends um 19:00 Uhr niemand mehr. An dieser Stelle danke ich der Telekom, dafür dass ich eine Woche Internetvoulumen im Ausland haben durfte. Auf diese weise konnte ich den 24 Stunden Service der Vermietung ergoogeln, und – nach ein paar versuchen – jemanden erreichen der mir mit dem Wagen weiterhelfen konnte. Dummerweise fing es an zu regnen, und der Empfang wurde ständig schlechter. Wir kamen darin überein, dass – nachdem der Buggy (oder besser der übergroße Computer auf Rädern mit Pneumatikfahrwerk) im wahrsten Sinne des Wortes resettet war, ich zu meiner Übernachtungsgelegenheit fahren sollte, und die Firma am nächsten morgen mit mir in Verbindung treten würde. Ich fuhr weiter.

Der Buggy auf einer Seitenstraße außerhalb von Leicester. Man beachte die eingeschaltener Warnblinkanlage

Der Buggy auf einer Seitenstraße außerhalb von Leicester. Man beachte die eingeschaltener Warnblinkanlage

In Leicester an gekommen, schien sich Katastrophe Nummer 4 ab zu zeichnen, auch wenn alles im nachhinein nicht so schlimm war. Ich hatte auf der YHA Seite ein Bead’n Breakfast gefunden, in welchem ich diese Nacht verbringen wollte. Ich wusste nicht, dass sich selbiges in der übelsten Gegend von Leicester befand. Ich parkte den Buggy, und wurde erstmal von ein paar Schwarzen auf die geile Maschiene angesprochen. Eine Mutter fragte mich ob sie ein Foto von ihrem Sohn auf dem Fahrersitz haben könnte – klar doch. Es schien alles in Ordnung zu sein, bis eben jene Mutter urplötzlich eine Gruppe Teenager zwei Häuser weiter an-schrie. „I aint lettin mah son in no strangers car! He gotta pass me first! He gotta pass me first!“ „ooookaaaay“ dachte ich mir – „da wird nacher noch umgeparkt“, aber erstmal beim B&B anmelden. Dummerweise war meine geplante Absteige bereits voll besetzt, alles was noch zur Verfügung gestanden hätte, wäre ein Zweibettzimmer für 60 Pfund. Der Besitzer riet mir zu den Nachbarn zu gehen. Erst jetzt fiel mir auf, dass in der Straße einige B&B’s waren. Ich ging einfach zum nächsten haus, und klopfte (Klingeln hatten die alle nicht, dafür so Türklopfdinger) , doch da war niemand. Noch ein haus weiter jedoch öffnete mir eine Frau in Malerklamotten die Türe. Ich habe die Dame als recht seltsam in Erinnerung, aber man muss hierbei bedenken, was ich bereits hinter mir hatte. In ihrem Haus konnte ich nicht übernachten weil sie es gerade renovierte, aber zufälligerweise gehörte das Haus bei dem ich es zuvor versucht hatte der Tante von der seltsamen Dame, und besagte Tante war derzeit im Urlaub. Mrs. creepy schloss mir auf, zeigte mir mein Zimmer, und gab mir sogar einen Parkschein für einen näher gelegenen Parkplatz. Im zimmer war ein Bett, ein Fernseher, ein Waschbecken, ein Wasserkocher und Tassen für Tee – ebenfalls verfügbar. Ich hätte mich am nächsten Tag sogar am Kühlschrank gütlich tuen dürfen, und das alles für 10 Pfund!!
Ich ging Duschen, verriegelte die Zimmertür mit Hilfe eines Stuhls und meinen Schuhen, so dass ja niemand hereinkommen konnte, und fing an zu Bloggen. Dummerweise hatte mein Handy den Regen nicht besonders gut weg gesteckt. Es weigerte sich die Akkus aufzuladen, und so musste ich mich damals recht kurz fassen. Mein Ersatzakku der noch 30% hatte, wurde noch gebraucht um am nächste Tag mit der Vermietung zu sprechen.
Ich lag noch eine ganze weile wach im Bett rum, und das obwohl es mittlerweile in strömen regnete – eigentlich ideale Schlafbedingungen. Ich sorgte mich darum was wohl los sei, und ob ich meine Reise überhaupt noch fortsetzen könnte. Ich fürchtete, dass in dieser Gegend irgendwelche Kleinkrimminelen auf die Idee kommen würden, den Wagen zu klauen, oder zu beschädigen. Ich fragte mich was wohl ein Verkehrspolizist aus dem mit Sicherheit durchgeweichten Parkschein herauslesen würde, und was wohl passieren würde, wenn man als Ausländer innerhalb von 24 Stunden zwei mal bei der Polizei auffällig würde. Ich hatte Angst davor, dass der Regen der in den Buggy rein prasselte eventuell die Sitze ruinieren könnte. Und ich hatte Schiss vor der seltsamen B&B Besitzerin. Ich kam mir vor als wäre ich in einem schlechten Horror/Pornofilm gelandet, und war mittlerweile unglaublich paranoid. Aus diesem Grund verbarrikadierte ich auch die Tür.

Im nachhinein komme ich mir unglaublich dämlich vor, wenn ich an jenen Abend denke. Madame Furchteinflößend war eigentlich ganz nett, genauso wie ihre überwiegend schwarzen Nachbarn. Der Fehler im Fahrwerk war auch nur eine Lappalie. Und die Sitze – die sind Wasserdicht.

Alles in allem hatte ich eben nur einen Scheiß Tag.

Ich kam auch mal weg Kapitel 3

Es ist Brüssel und ich bin 8:30 Uhr.
Ich habe schon besser gefrühstückt. Mit Sicherheit habe ich auch schon mal schlechter gefrühstückt, ich kann mich nur nicht daran erinnern. Das Youthhostel Bruegel wird mir also vorerst als schlechtestes Frühstück meines Lebens im Gedächtnis bleiben. Ach das ganze Hostel ist Rotz.
Kein Frühstück wäere die bessere Alternative gewesen.

Ich musste zum Bahnhof gare du nord – eine Reise Richtung Süden (HaHa). Die Strassen hatten sich der Menschen entledigt, von welchen sie auf Grund sinnloser Traditionen noch am Abend zuvor verstopft wurden.
Eine zwielichtige Gestallt in der Seitengasse hier, ein Opa mit einem Glas Rotwein an der Ecke einer Gaststätte da, sonst niemand außer Karlchen der einen ständig schwerer werdenden und schlecht sitzenden Rucksack durch die Straßen schleppt.
Nebenbei: Selbst mein Opa trinkt Morgens noch keinen Wein – glaube ich.

Am Bahnhof wurden mir die Vorzüge der Globalisierung vor Augen geführt. Wer in den Eurostar will, muss durch einen check in, wie ich ihn mir an Flughäfen vorstelle (ich war noch nie zu Reisezwecken in Flughäfen, kann also sein dass ein checkin am nem Bahnhof anders abläuft).
Interessant ist, dass es zwei check in Warteschlangen an jeweils zwei checkins gibt. Der erste Schalter ist eher ein checkout, an dem einfach Belgische Beamte prüfen ob man eine gültige Fahrkarte hat. Am zweiten checkin erwarten einen dann die bobbies, welche dann Personalien prüfen, und Gepäck durch nen Röntgen Aparillo jagen.
Schön, du hast dich also zum ersten mal durch so Zeug gequält, ganz toll. aber was hat das jetzt bitte mit Globalisierung zu tun?
Ich erwähnte ja, dass es neben zwei checkins auch jeweils  zwei Schlangen an selbigen gab. die eine Schlange ist für Bürger aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die zweite ist für den Rest der Welt, und beinhaltet hauptsächlich Asiaten und Afrikaner. Amis haben keine Probleme damit sich zu uns zivilisierten Europäern in die „fast lane“ zu stellen, und die Beamten jukts scheinbar genauso wenig.
Ich würde mich gerne noch weiter über den Bahnhof checkkin auslassen, aber ich komm vom Thema ab.

Die Zugfahrten sind an dieser stelle nicht erwähnenswert, und ich springe zu Karlchen, dass sich jetzt in London außerhalb der Haltestelle Holland park befindet, und gerne in gleichnamiges Youthhostel einchecken würde.
Auf der Suche nach dem Hostel bin ich einmal um den kompletten Park herum gelaufen bis ich einen Eingang gefunden hatte. Die sind aber auch leicht zu üebersehen diese Eingänge, besonders wenn man nur Augen für die Protzbauten und Protzautos um den Park herum hat.
Ein besonders hübsches Gebäude war im übrigen die Griechische Botschaft….[insert joke about Grece not haveing money here]

Holland park ist toll.
Der Park ist toll, das Hostel hat mir sehr gut gefallen, und von allen Duschen die ich während des ganzen Trips benutzt habe, hatte Holland park die besten. Die betten waren ebenfalls toll. So toll, dass ich sie eines Bildes wert befunden habe. Eine Konstruktion aus drei Betten, aber so hoch wie ein normales Stockbett. Eine platzsparende, jedoch irgendwie sehr bequeme Methode, die Leute unter zu bringen.

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Holland Parks imho geniale Bettenkonstruktion.

Der Holland Park selbst ist auch ganz cool, auch wenn man in London wohl andere dinge besichtigen will, als diesen, verglichen mit anderen Parks in London, recht kleinen grünen Fleck.
Never the less.
Wenn ich mal die Zeit für eins zwei Wochen London finde, wird dies meine Unterkunft sein.

Kommen wir zu Karol, und zu Akton.
Ich habe Karol im QQ Chat kennengelernt, und den Leuten damals von meiner bevorstehenden reise berichtet. Wie es der Zufall wollte, wohnte Karol nicht weit weg von Holland Park, und da ich nach meiner Ankunft in London etwa den halben Tag lang nichts zu tun hatte, beschlossen wir uns zu treffen.
Ich meinte damals, dass ich kein Interesse an Buckingham Palace, dem Tower und Konsorten hätte, einerseits weil ich damals wirklich keines hatte, andererseits, weil ich dachte, dass ein Einheimischer doch sicherlich andere coole Plätze in London kennen müsste – ist ja nicht jeder so unversiert über die eigene Stadt, wie ich.
Ich sollte vielleicht klar stellen, dass Karol ein polnischer Männername ist, und dieser Typ irgendwann mal von Polen nach England gezogen ist.
Coole alternative Sehenswürdigkeiten kannte er keine, ich sollte jedoch eine finden – quasi.
Er zeigte mir Akton, einen der westlichen Bezirke.
Nicht gerade eine Sehenswürdigkeit, dennoch gab es eine Sache die mich, und damit einhergehend ihn faszinierte.
An einer bestimmten Straße erklärte er mir, dass hier ein erhöhtes Maß an Kriminalität hersche, und erst vor einer Woche, an eben jener Stelle jemand getötet worden sei.
Das eigentlich faszinierende daran war, dass wir uns in der Nähe eines Öffentlichen Sportplatzes befanden. Besser gesagt, zwei Tennis Felder und ein halbes Fittnesstudio mit Geräten zum trainieren, mitten in einer Gegend, die wohl am ehesten mit den deutschen Plattenbau Siedlungen vergleichbar wäre – nur das in Akton die Gebäude nicht so hoch gebaut werden. Es wirkte alles doch recht unangenehm vertraut.
Ich fragte Karol, wie die Stadtverwaltung denn auf die Idee käme solch einen recht tueren Erwachsenenspielplatz dort hin zu stellen, wo er doch ständig den Vandalen zum Opfer fällt.
Ich hatte mit Kritik an der Obrigkeit als Antwort gerechnet, und oder einer Hausnummer über ständige Reperaturkosten, aber nicht mit folgendem:
„why should anyone destroy this? people are using it every day, they would destroy their own facilities.“
„warum sollte das irgenjemand kaputtmachen? die leute trainieren hier jeden tag, sie wuerden sich ihre eigene anlage zerstoeren.“

wow

Man bringt sich auf offener Strasse um, aber nicht ein Besoffener kommt auch nur auf die Idee nen Mülleimer zu zerdeppern, geschweige denn Spielplätze und aufwändige Trainingsanlagen zu vandalieren.
Fraglich ist nur welche der Alternativen ich besser finden soll.
Als ich Karol erzählte, dass bei uns kein Wochenende vergeht, ohne das Glas an Bushaltestellen, Aufzügen oder Werbeplakaten eingeworfen wird, waren wir beide auf dem selben level an gegenseitiger Unglaubigkeit.
Irgendwann stiegen wir in einen Bus, und fuhren zurück. Karol überredete mich eine oyster card zu kaufen. ich weiß bis heute nicht, wofür das ding wirklich gut ist, oder um um es mit den Worten von Jeremy Clarkson zu sagen: “ it is usefull, if you have no understanding of money“.

Ich kam auch mal weg. Kapitel 1-2

Kapitel 1
Let’s get ready to travel!

Wenn man im Ausland Urlaub machen will, ist es Vorteilhaft zwei Dinge in dafür ausreichender Menge zu haben:
Zeit, und Geld. Und in diesem Fall ist das Eine eben nicht auch gleich das Andere.
Ich befand mich in der ausgesprochen erquickenden Situation, eine massive Menge an Mammon gemausert zu haben, Geld sollte nicht mein Problem sein.

Zeit.

Es ist ein Unterschied, ob man sich jeden Tag für 6 – 8 Stunden frei machen kann, so wie ich mir das bei Schülern und Studenten vorstelle, oder ob man tatsächlich mehrere Tage nach einander ohne jedwede Verpflichtung zur Verfügung hat.
Letztere Form von freier Zeit, halte ich für Notwendig, wenn man Urlaub machen will – auch wenn ein gegenwärtig in Frankreich befindlicher Kybernetik Student und Lektor mir hier widersprechen würde.

Zeit.

Das Zeitfenster in welchem ich o.g. Zeit, so wie auch ausreichend Geld hatte, waren ironischer weise gerade die 18 Monate in denen ich mal richtig arbeitete.
In diesen 18 Monaten, hatte ich bereits zwei mal Urlaub „verschwendet“, ohne diesen für eine Reise zu nutzen, und ich begann zu realisieren, dass sich mein Zeitfenster schon seit geraumer Zeit, und vor allem für lange Zeit, zu schließen begann. Ich hatte noch ein Chance, und diese musste ich nutzen – koste es was es .. naja möglichst nicht über 3000€. So massiv war meine Mammonmenge dann doch nicht.
Ich ergatterte bei meinem Chef zwei Wochen Urlaub gegen Ende Juli, und musste nun nur noch entscheiden wo hin ich verreisen sollte. Kinderkacke.
Ich brauchte nur Google Maps zu öffnen, auf die Weltkarte heraus zoomen, und vor meinem inneren Auge die Länder ausblenden, die mich nicht Interessierten.
Gesagt, getan, und was mein Inneres Auge sah war … die Weltkarte – nur ohne den Südwesten Europas. Blöd das.
ich entschied mich für eine simplere Methode der Entscheidung:
Ich schloss die Augen, fuchtelte mit meinem Zeigefinger durch die Gegend, und platzierte ihn dann blind auf dem Bildschirm.
Als ich erwartungsvoll die Augen öffnete, zeigte ich auf die Nordsee, schön mittig zwischen Norwegen und…

Schottland!
Nicht das ich kein Interesse an Norwegen hätte, aber Schottland erschien mir bedeutend interessanter. Die Erzählungen von riesigen, einsamen, bergigen, grünen Steppen und von Schlössern, ließen mir Schottland als das perfekte Reiseziel für einen Lonesome Rider Trip erscheinen. Ich hatte mich entschieden.
Die darauf folgenden Entscheidungsfragen, waren bedeuten simpler und leichter zu lösen:
Städte kann man sich ja gerne anschauen, aber die ständigen Ermutigungen aus der Kindeszeit, sich die Landschaft an zu schauen trugen ihre – wenn auch um in paar Jahre verspäteten – Früchte.
Die Landschafts – Besichtigungstour von Stadt zu Stadt war es was ich anstrebte.
Aber womit?
Züge sind angenehm und günstig, aber sie halten nicht an wenn man mal etwas Fotografieren will, außerdem hat man immer eine Glasscheibe zwischen sich und der Linse. Nein, das wäre nichts.
Ein Fahrrad? Erinnerungen an einen Fehlgeschlagenen versuch meine 100 Km entfernten Großeltern mit dem Rad zu besuchen, verwarfen diesen Unsinn.
Ein Auto? Laaangweilig!
Ein Motorrad? Es gibt sicherlich coole Motorräder, aber sonderlich viel halte ich dennoch nicht von diesen Vehikeln. Außerdem darf ich die wirklich coolen Teile nicht fahren.
Wie zum Henker aber sollte ich Gepäck transportieren, und dabei doch noch recht fix unterwegs sein? Gibt es denn nichts was cool, schnell und gepäckfähig ist?

Ein Quad! Ein großes eben.

Aber wie mietet man ein Quad für zwei Wochen in Schottland?
Garnicht.
Was habe ich mich durch das Internet gefragt, auf der Suche nach Schottischen Firmen, die sowas an bieten. Wahrscheinlich hielten die Herrschaften meine Anfragen für einen dummen Witz.
Man findet ohnehin meist nur Parcours in denen man für 2 Stunden in einem geliehenen Quad rum fahren darf, alle anderen wollten wohl einfach kein Geld verdienen.
Zwischendurch habe ich auch nach Trikes gesucht, aber wenn man nicht gerade auf dem Rücksitz kutschiert werden, sondern selber fahren will, muss man 25 Jahre alt sein.
Eine Trike Tour durch Schottland werde ich wohl nie unternehmen.
Ich öffnete meine Toleranzgrenzen, und fand eine Firma in Guildfort (Süd westlich von London, und so garnicht in der Nähe von Schottland), welche Quads für Eventzwecke vermietet. Oder auch so für mich eben. Nach einiger Recherche, stellte sich heraus, dass solch ein Quad lediglich eine Reichweite von ca. 100 km pro Tankfüllung hatte. Im nachhinein kann ich sagen, dass diese Reichweite kein Problem darstellt, wenn man nur in Schottland unterwegs ist. Ich jedoch hatte England zu durchqueren – das wäre nicht machbar gewesen.
Glücklicherweise hatte die Firma in Guildfort noch ein anderes interessantes Vehikel in peto.

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Ein CanAm Commander Ltd. Bei genauem Hinsehen, entpuppt sich die Cammo Lackierung als aufgeklebte Folie einer Laub Fotografie.

Als ich mich entschied, anstatt auf ein Quad, in einen Buggy zu steigen, waren Motorradhandschuhe, Nierengurt und Helm dummerweise schon besorgt. Letztendlich sollte sich jedoch nur der Helm als nutzlos – ja als gar lästig heraus stellen. Kurz vor der Abreise, besorgte ich mir noch eine Skibrille – diese war vollkommen ausreichend.
Als nächstes musste ich irgendwie über den Kanal kommen, besser gesagt, drunter durch. Irgendwas an TGV und Eurostar faszinierte mich, und ich plante, mit diesen Zügen von Stuttgart nach London zu fahren. Ein Kostenvoranschlag der Deutschen Bahn, von über 500 € stampfte diese Planung jedoch in Grund und Boden.
Ich entdeckte ein London Spezial Angebot, welches mich mit Rückfahrt, lediglich 180€ kosten sollte, allerdings mit einer Übernachtung in Brüssel.

Zeit

Ich Entschied mich dennoch dafür, eine Nacht in Brüssel zu verbringen. Der Buggy war schon teuer genug, als dass ich mir gegenüber auch noch 300€ extra für den Zug rechtfertigen konnte.
Mit etwas Hilfe meiner des Französisch mächtigen Mutter, wurde ein Hostel, nahe des Bahnhofs in Brüssel gebucht. Auch London buchte ich im Voraus, den Rest ließ ich auf mich zu kommen.
Und der Rest sollte kommen.

Kapitel 2
Die Reise beginnt.

Die letzten Tage vor der Abreise, verbrachte ich mit Nachtschicht, Hedgewars und Packen. Patrick war so freundlich mir seinen Rucksack, den er für seine China Reise gekauft hatte, aus zu leihen. Eine wahrhafte Wundertüte dieser Rucksack. Ich schaffte es so ziemlich alles was ich an Klamotten besaß darin unter zu bringen. Zugegeben – ich besitze wahrscheinlich nicht all zu viel Kleidung, dennoch, es passte alles rein, und das war erstaunlich. Ein weiteres Überbleibsel von Patricks China Reise geriet in meine Hände, als ich 20 Stunden vor meiner Abreise, und eine Stunde vor Beginn meiner Nachtschicht, feststellte, dass Großbritannien keine Steckdosen nach EU-Norm hat. Glücklicherweise war HongKong jahrelang eine Britische Kolonie, weshalb Patrick in Besitz eines Reiseadapters war, den er spontan ebenfalls an mich vermachen konnte.

Keine Sorge, du bekommst das alles wieder, sobald dein Rucksack nicht mehr so stinkt (erinnerst du dich noch an Berlin?^^ Nasse T-Shirts entwickeln mit der Zeit ähnliche Ausdünstungen).

Am Samstag den 20.07.2013 kam ich ganz normal um 7:00 Uhr Morgens von der Nachtschicht nach Hause. Anfängliche Befürchtungen, ich könne ob der Aufregung meiner bevorstehenden ersten Reise in richtiges Ausland nicht schlafen, blieben unbestätigt, und so erwachte ich um 14:00 Uhr vom Klang meines Handyweckers. Mich wecken zu lassen, war im übrigen unnötig, denn mein Zug fuhr erst um 17:00 Uhr in Stuttgart ab, und ich wusste nicht wirklich was ich mit den mir verbleibenden 2 Stunden anstellen sollte.

Ein ICE ist selbst in der zweiten Klasse unerwartet bequem. Ich konnte meine beine fast vollständig ausstrecken, Britische und Belgisch Züge bieten solch einen Komfort nicht – ebenso der Eurostar. Auch die Geschwindigkeit, hätte ich so nicht erwartet. Man steigt in Stuttgart ein, lässt seinen Fahrschein kontrollieren, macht sein Buch auf, blättert zweimal um und schon ist man in Mannheim. Nachdem ich nochmal 3 Seiten weiter geblättert hatte, war ich in Frankfurt, und musste in einen ICE nach Brüssel umsteigen. Die Fahrt von FFM nach Brüssel dauerte erheblich länger. Wahrscheinlich müssen sich deutsche Züge in Belgien an die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 120 Km/h halten.
Als ich mein Buch bis zur Hälfte gelesen hatte, packte ich es weg, ich brauchte ja noch Stoff für die Rückfahrt. Nun wollte ich wissen, wo ich war, und wie lange es noch bis Brüssel war, aber der Zug hatte kein Board W-Lan, und mein Handy Navi verweigerte grundsätzlich den Dienst in Zügen.

Irgendwann Abends um Neun oder so, kam ich in Garre du midi (so heißt der Bahnhof in Brüssel) an. Einmal drausen auf der Straße, stach mir sofort die Nacht ins Gesicht. Überall um den Bahnhof waren Schwarze.
Der Rest der Bevölkerung hatte sich zu einer Parade verzogen, die Angesichts der Trohnübergabe in Belgien statt fand. Es dauerte eine geschlagene Stunde, bis ich den einen Kilometer vom Bahnhof bis zu meinem Hostel gelaufen war. Vorbei an einem Jahrmarkt, einem Konzert, und eben der Parade.
Auch das Hostel hielt unangenehme Überraschungen für mich bereit. Zu Beginn, und allem voran war da die Dusche. Eng – kalt – und dreckig wie die sau, kam sie direkt aus Satans Sanitär geschäft. Doch noch zuvor, musste ich feststellen, dass bei meiner Buchung wohl nur eine Anzahlung von 3€ gemacht wurde, und ich den Rest meiner Übernachtung noch bezahlen musste.
Ach wäre das Hostel doch nur die einzige, vermeintlich im Voraus bezahlte Sache gewesen…
Um 11 lag ich im Bett. Das Zimmer teilte ich mir mit drei Russen, die – obwohl sie allen Anschein nach zusammen gehörten – nach einander im Abstand von jeweils etwa 2 Stunden , eintrudelten.
Das machte aber nichts, ich kam aus der Nachtschicht, und konnte ohnehin nicht schlafen. Ich beobachtete mein Handy Display wie es von 6:49 auf 7:00 sprang, und bereitete so leise wie möglich meine Abreise vor. Das letzte was ich wollte, war verkaterte Russen wecken. An der Rezeption stellte ich fest, dass das Frühstück inklusive war – etwas das ich bis dato nicht ausschlagen konnte.
Von diesem Tage an, Frühstückte ich immer in irgend einem Restaurant, wenn das Frühstück im Hostel „inclusive“ war.

Sänk juh for träweling wis deutsche bahn

1.8.2013 die abreise steht an.
Um 5 uhr morgens gmt +0 (london) klingelt der wecker – ja ein wecker kein handy. Die uebrigen bewohner des raumes sind so traurig ueber meine abreise, dass sie sich von mir weg drehen, ich vermute damit ich ihre traenen nicht sehen kann.
Ab in die metro, auf nach kings cross und st. Pancaras und rein in den eurostar. Abfahrt war puentlich um 0650, die ankunft in bruessel 2(!) Stunden spaeter puennktlich um 1007.
Das zeitfenster zum ice 15 war eng, und haette ich gewusst, das selbiger es kaum aus bruessel raus schafft, haette ich fuer nen tgv nach stuttgart bezahlt.
Der ice war ein paar minuten unterwegs, als es rummms machte.

Ich dachte bis dato, die belgier seien eines der gluecklichsten voelker der welt, aber scheinbar sind manche belgier vom anblick eines deutschen zuges so deprimiert, dass sie sich vor diesen auf die gleise werfen.
Nach ca 1 stunde wurde der ice in einen belgischen regio express ‚evakuiert‘. Mit dem regio gings dann nach liege und von da aus nach aachen.
Der bahn service in aachen hatte ploetzlich alle haende voll zu tun. Es mussten noch nicht kontrollierte fahrkarten beglaubigt werden, und jeder – auch ich – wollte wissen wies jetzt fuer ihn weiter geht.
Waehrend ich diese zeilen schreibe, sitze ich in einem regio nach köln, zusammen mit gefuhlten 70 % der gäste des ‚havarierten ice 15 von bruessel nach frankfurt‘.
Mein buch hab ich fertig gelesen, und jetzt hab ich nichts besseres zu tun als zu bloggen.
Gleich komme ich in kölle an, von da aus gehts dann mit dem ice nach stuttgart.
Es ist 1535 gmt + 1, und ich habe um habe heute noch nichts zwischen die kiemen bekommen. Urspruenglich wollte ich mir was im ice kaufen, aber ploetzlich rannten da bahn und feuerwehrleute durch die gaenge.
Wenn ab jetzt nichts mehr passiert bin ich um 1900 puenktlich zum traditionellen schweizer abendessen daheim.
Ich hoffs…

Und ich hoffe vergebens.
Ich schreibe diesen nachtrag, nachdem ich es in den ice geschafft habe.
Ein ice der besonderen art ist das.
Ein ice der hinter einem tag der scheinbar angefuellt von chaos bei der bahn, aufraeumen soll. Er legt einen ausserplanmaessigen stop fuer ein paar herrschaften ein, und nahm – ohne dafuer bestimmt gewesen zu sein – die suedwaerts reisenden aus bruessel auf.
Was heisst das?
Er ist ueber voll und kommt mit 45 min verspaetung in stuttgart an.
Von meinem ersten sitzplatz wurde ich von irhend so nem schnoesel vertrieben der ‚hier reserviert hatte’….. ich erinnere mich, auch eine reservierung gehabt zu haben…
Ich habe , nachdm ich 15 min ueber resignierte sitzplatzsucher auf den gaengen gestolpert bin, wieder einen platz gefunden.
Mal sehen wie lange es dauert bis das naechste arschloch in armani anzug hier ‚reserviert hat‘.

Dufftown

Der weg von inverness nach dufftown war geil. Mitten im nirgendwo entlang der spey taucht mal eben eine villa mit englischen garten und alle. Drum und drann auf, und dann kommt wider lange nichts. Davor jedoch faehrt man xurch etwas das ich als die schotfische steppe bezeichnen wuerde. Ich glaube heute morgen habe ich meine ueberhaupt beste  fotos geschossen. Mal schaun was raus kommt. In dufftown gabs dann ne kostenlose fuehrung durch die glenfiddich destilleriy und nen echt lecker sandwich im resturant von denen.
@baba: ich hatte leider keinen platz fuer ne flasche aus dem souvenier laden, hab aber was  nettes gefunden, was ich noch unterbringen konnte.

Nach der destillery gings direckt zu den highland games im selben dorf. Fuers baumstaemme werfen bin ich entweder zu spaet gekommen oder zu frueh gegangen, aber ich konnte dem ganzen nicht viel ab gewinnen. Fuer mich als ignorant, waren das einfach nur auwendig zelebrierte bundes jugend spiele.

Ich hab mir dann noch nen teil von aberdeen angeschaut.
Heute konnte ich zum ersten mal das meer sehen – oder zumindest die nordsee. War auf jedenfall wesentlich schoener als inverness.

Tjoa und das wars dann vorerst von mir. Die telekom gewaehrt einem nur eine woche lang kostenloses internet im ausland, und diese woche ist sonntag frueh vorbei.
Ich werde einen teufel tun, und die absurden wifi preise in den hostels auch  nur in betracht ziehen.
Die paar tage bis ich wieder in deutschland bin, ueberleb ich auch ohne – hoff ich mal.

@ die geschaetzte frau mutter: mein zug fahert am 1.8 um 13:20 in frankfurt fernbahnhof ab, aber ich hab keine ahnung wann ich dann inx stgt an komme.